Welch ein Finale!

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3:0 in der Serie gegen die GCK Lions, noch ein Sieg fehlt. Aber welch ein spannendes Spiel mit Höhen und Tiefen auf beiden Seiten sahen die 4867 Zuschauer beim 5:4 (2:2, 1:0, 2:2)! 4:2 führten wir – und dann drohte uns doch noch die Verlängerung nach Backmans Ausgleich nach 58:32. Doch wir hatten Niki Altorfer! Der schoss sein drittes Tor des Abends.

Es war sein schwierigstes, weil er aus fast unmöglichem Winkel abzog – und der Puck so wunderbar die Getränkeflasche bei Jeffrey Meiers Goal tanzen liess. Nur 34 Sekunden nach dem Ausgleich jubelte Altorfer, jubelten wir. Altorfer fuhr auf der linken Seite nach vorne, der Winkel war spitz. “Aber ich wusste schon vorher, was ich machen wollte und sollte: Den Puck hoch in die nahe Ecke bringen. Und dorthin ging die Scheibe, via Maske des Goalies landete sie dann im Tor”, beschrieb der Hattrick-Schütze.

Sein erster Treffer des Abends war ein Gewaltschuss, sein zweiter eine feine Finte, und sein entscheidender das, was Patrick Obrist so umschrieb. “Da hat man wieder einmal gesehen, was passieren kann, wenn man den Puck einfach aufs Tor bringt, ihm die Chance gibt, dort anzukommen.” Obrist sorgte für unsere erste Führung an diesem Abend, im Powerplay traf er am weiten Pfosten zum 3:2.

Dass sie nach dem 4:2 (Altorfers zweitem Goal) nochmals in Bedrängnis kamen, schätzte Altorfer so ein wie die meisten Zuschauer: “Das darf uns eigentlich nicht passieren.” Auf der einen Seite hätten die Lions sicher ihren bisher besten Match gespielt, “auf der anderen Seite waren wir nicht konstant genug”, befand Altorfer. Obrist wertete, “dass das nicht unser bestes Spiel war, es war zu viel Ping-Pong, zu viel Hin und Her. Zu viel in unserem Auftritt war nicht so konsequent, wie es sein sollte.”

“Im nächsten Spiel müssen wir von Anfang an wieder eine hohe Intensität hineinbringen. Und uns nicht provozieren lassen. 5:5 sind wir das bessere Team”, fordert Obrist. Altorfer denkt, “dass wir wieder auf unser einfaches Spiel zurückfinden müssen, vor dem Tor ackern und die Pucks reinwürgen.”

Der Auftakt zum nervenaufreibenden Abend war von uns nicht das, was man einen konzentrierten Start nennt. Marc Marchon holte sich nach 47 Sekunden die erste Strafe ab, die Lions konnten danach in Überzahl kombinieren, als wären keine Gegner da – Graf brachte sie in Führung. Wir vergassen die defensive Basis auch nachher mehrmals, das 0:2 war nahe – doch dann liefen wir einen Konter, den Altorfer mit einem harten Schuss trocken abschloss. Noch einmal gingen die Lions in Führung, weil unser Spiel in der eigenen Zone nicht balanciert war. Capaul hatte viel zu viel Raum, Platz und Zeit (10.). Immerhin nützten wir das erste Powerplay mit Kindschis erstem Playofftor zum 2:2.

Auch im zweiten Drittel waren wir defensiv zu nachlässig. Und vor dem gegnerischen Tor trafen wir nur den Pfosten (Lindemann, Faille gleich zweimal). Doch dann, nach einem bösen Foul an Meyer, brachte uns Obrist auf Zuspiel Figrens erstmals in Führung. Das 3:2 aber geriet kurz darauf wieder in Gefahr. Die Referees liessen Emotionen aufkommen, weil sie zu viele Unsauberkeiten tolerierten. Altorfer brachte die Sache mit seinem 4:2 nur scheinbar unter Kontrolle.

Am Samstag konzentriert

Weiter geht es am Samstag, wieder in der Kebo zu Oerlikon. Dort hatten wir am Dienstag einen blitzsauberen Start mit dem 3:0 nach 20 Minuten. Und ein blitzsauberes letztes Drittel mit dem 3:1. Da müssen wir konzentriert auftreten.

Roland Jauch / EHC Kloten

Kloten – GCK Lions 5:4 (2:2, 1:0, 2:2)

Stimo arena. - 4867 Zuschauer. - SR Staudenmann, Geoffrey; Wermeille/Gurtner. - Tore: 3. Graf (Küng, Backman; Strafe Marchon) 0:1. 8. Altorfer (Marchon) 1:1. 10. Capaul (Truog) 1:2. 14. Kindschi (Figren, Faille; Strafe Büsser) 2:2. 35. Obrist (Figren; Strafe Landolt) 3:2. 47. Altorfer (Marchon) 4:2. 54. Braun (Noah Meier) 4:3. 59. (58:32) Backman (Aeschlimann) 4:4 (ohne Goalie). 60. (59:06) Altorfer (Marchon) 5:4. - Strafen: je 4-mal 2 Minuten.

Kloten: Zurkirchen; Ganz, Kindschi; Nodari, Seiler; Rouiller, Gähler; Reinbacher, Randegger; Figren, Faille, Spiller; Altorfer, Meyer, Marchon; Obrist, Kellenberger, Loosli; Lindemann, Ness, Hinterkircher.

GCK Lions: Jeffrey Meier; Braun, Büsser; Burger, Capaul; Guebey, Noah Meier; Landolt; Küng, Suter, Backman; Hayes, Schlagenhauf, Marchand; Berri, Aeschlimann, Truog; Henry, Mettler, Casutt; Graf.

Bemerkungen: Kloten ohne Simek (Saisonende), Schreiber, Dostoinov, Steiner Melnalksnis (rekonvaleszent); Stämpfli, Füglister, Bartholet, Janett und Claireaux (überzählig).