Vor 7600 zum 2:1 in der Serie

WhatsApp Image 2022 04 16 at 19.32.39

Das war ein grossartiger Hockeyabend – für unser Team und unsere Fans. Mit Emotionen, die zuerst zu hoch gingen, dann aber in die richtigen Bahnen gelenkt wurden. 4:1 (1:1, 2:0, 1:0) siegten wir in Spiel 3 in der ausverkauften Arena (7600 Zuschauer). Und wir fahren mit einem 2:1 in der Serie am Ostermontag nach Olten. Figren (2), Spiller und Faille waren die Torschützen.

Es wurde getanzt, es wurde gesungen, es wurde gehüpft. Unser EHC hat die Zuschauer nicht enttäuscht, nein, ganz im Gegenteil, er hat einen grossartigen Auftritt gezeigt. Und all jene Lügen gestraft, die nach der Verlängerungs-Niederlage in Olten schon wieder Unheil hatten kommen sehen.  Getrübt wurde unser Auftritt nur mit einer kleinen Baisse in den zweiten zehn Minuten des Startdrittels. Aber dann ging es so richtig los. Mehr dazu später

Der Schub in Unterzahl

Wir starteten so beeindruckend, wir waren überlegen, wir schossen endlich ein Powerplaytor – es sah für Kloten so gut aus. Und dann bremsten wir uns mit Strafen selber. Die von Steiner ging noch, dass Altorfer kurz darauf auch noch eine fasste, bedeutete: 93 Sekunden doppelte Unterzahl. Wir schafften es beinahe, doch 12 Sekunden vor Ablauf stand es 1:1 (Forget). Wir nahmen uns den Schwung selber mit diesen Strafen.

Und das schien sich fortzusetzen. Denn Simon Kindschi kassierte in der letzten Sekunde von Drittel 1 eine Fünfminuten- plus Spieldauer-Disziplinarstrafe für einen Bandencheck. Fünf Minuten in Unterzahl ab Drittel 2 – das sah für uns nicht so gut aus. Denn immerhin hatte Olten alles seine bisherigen Treffer im Powerplay erzielt. Doch dann legten wir erstklassige fünf Minuten Unterzahl hin. Die Gegner hatten nicht eine Torchance, aber wir. Und Robin Figren, schon Schütze des 1:0, nütze sie nach 21:43 eiskalt vor Simon Rytz. “Ich habe auch ein bisschen Glück gehabt”, sagte der Schütze.

Ob Glück oder nicht – dieser Treffer wurde zum Grundstein des Sieges. Wir spielten nun mit den Emotionen auf der rechten Seite, wir waren initiativ, wir kreierten – und Spiller traf, dank perfekter Arbeit seiner Kollegen vor dem Tor. Dieses 3:1 war der korrekte Lohn für das starke 2. Drittel. Im dritten mussten wir aufpassen, dass wir nicht zu passiv wurden – aber wir haben ja auch noch Tim Wolf. Und als dann Eric Faille (auf Zuspiel Figrens) entwischte und Rytz zwischen den Beinen zum 4:1 bezwang, war die Sache entschieden.

Clever spielen

“Ich hatte von Beginn an das Gefühl, dass wir alle Dinge richtig machten, das Spiel gut in unseren Händen hatten”, sagte Figren. “Und in einer ausverkauften Halle zu spielen, das gibt natürlich extrem viel Energie.” Was ihm nicht passte: “Wir müssen einfach besser aufpassen mit den Strafen, wir hatten erneut zu viele.” Dass es endlich im Powerplay geklappt hat (es dauerte nur gerade neun Sekunden bis zum 1:0), freute ihn. “Aber wir haben im Überzahlspiel noch immer viel zu verbessern.” Clever spielen nennt der Schwede das, der an diesem Sieg mit drei Skorerpunkten grossen Anteil hatte.

Wegen des Powerplays kehrte Ramon Knellwolf ins Team zurück, der einen Monat keinen Match gespielt hatte. Zudem rutschte Dostoinov an die Seite von Faille, Marchon ging in die 2. Linie. Das brachte irgendwie mehr offensiven Schwung und mehr Durchschlagskraft. Und wenn Not am Mann war, dann war Tim Wolf überragend bereit.

Roland Jauch / EHC Kloten

Kloten – Olten 4:1 (1:1, 2:0, 1:0), Stand 2:1

Stimo arena. - 7600 Zuschauer (ausverkauft). - SR Piechaczek, Dipietro; Wermeille/Gurtner. - Tore: 6. Figren (Marchon, Faille; Strafe Forget) 1:0. 10. Forget (Scheidegger, Nunn; Strafen Steiner, Altorfer) 1:1. 22. Figren (Randegger, Faille; Strafe Kindschi!) 2:1. 39. Spiller 3:1. 51. Faille (Figren) 4:1. - Strafen: Kloten 4–mal2 plus 5 Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe (Kindschi), Olten 9–mal 2.

Kloten: Wolf; Ganz, Kindschi; Steiner, Gähler; Nodari, Seiler; Reinbacher, Randegger; Figren, Faille, Dostoinov; Spiller, Meyer, Marchon; Knellwolf, Kellenberger, Altorfer; Obrist, Ness, Loosli.

Olten: Rytz, Antonietti, Scheidegger; Leeger, Elsener; Eigenmann, Schmuckli; Lüthi; Nunn, Knelsen, Horansky; Sterchi, Forget, Lhotak, Langenegger, Weder, Joggi; Mosimann, Wyss, Hüsler; Hasani.

Bemerkungen: Kloten ohne Lindemann, Stämpfli, Füglister, Janett, Bartholet, Ramel, Hinterkircher, Claireux (überzählig), Simek, Schreiber, Rouiller, Melnalksnis (verletzt).